Mundhöhlentumore durch Zahnprothesen?

Mundhöhlenkrebs ist sehr tückisch, vor allem dadurch, dass der Tumor lange Zeit über im Verborgenen wächst und sich Beschwerden erst sehr spät bemerkbar machen. Doch gerade bei dieser Art von Tumor ist es wichtig, dass die Diagnose schnell gestellt wird, denn umso früher man mit der Behandlung beginnt, desto größer sind die Aussichten auf eine Heilung. In letzter Zeit geht immer wieder durch die Presse, dass Zahnprothesen die Wahrscheinlichkeit, einen Tumor in der Mundhöhle zu bekommen, begünstigen können. Doch was ist wirklich dran an diesen Gerüchten?

Etwa 30 % aller Krebserkrankungen im Hals-Kopf-Bereich sind Tumore in der Mundhöhle. Dazu gehört sowohl die gesamte Mundschleimhaut, der Gaumen, der Mundboden, das Lippenrot als auch die Zunge. Meistens ist es jedoch so, dass bei Patienten mit bösartigen Tumoren der Mundhöhle diese von der Schleimhaut ausgehen. Daraus ergibt sich, dass vor allem Menschen, die regelmäßig Tabak und Alkohol konsumieren, ein erhöhtes Risiko haben, einen Tumor der Mundhöhle zu bekommen. Während dies durch Studien nachgewiesen werden konnte, ist jedoch nicht belegt, dass auch Zahnprothesen zu Tumoren führen können. Allerdings ist oftmals auch eine mangelhafte Mundhygiene für die Entstehung eines solchen Tumors verantwortlich. Aber auch mechanische Reizungen im Mund, die beispielsweise durch eine schlecht sitzende Zahnprothese entstehen können, erhöhen das Risiko, an Mundhöhlenkrebs zu erkranken.

Wenn man seine Zahnprothese aber richtig trägt und darauf achtet, dass diese richtig eingesetzt wird, hat man nichts zu befürchten. Legt man dann noch großen Wert auf eine gründliche Mundhygiene, kann man das Risiko nochmals minimieren. Sobald Sie merken, dass Ihre Zahnprothese nicht richtig setzt, sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe den Zahnarzt darauf ansprechen. Sofern man im Mund Schwellungen oder Blutungen, Schluckbeschwerden oder Gefühlsstörungen hat, könnten dies Anzeichen für einen solchen Tumor sein. Dann sollte man sich vom Zahnarzt gründlich untersuchen lassen. Meistens kann die sichere Diagnose über eine Gewebeprobe sowie die Anamnese gestellt werden.