Kredit für Zahnersatz aufnehmen?

Schon seit einigen Jahren hat man es als Patient schwer, alle notwendigen Leistungen von seiner Krankenkasse erstattet zu bekommen. Gerade was die Kosten für den Zahnersatz angeht, stehen viele Betroffene alleine da. Doch in den letzten Jahren haben viele Kreditinstitute hier einen neuen Absatzmarkt entdeckt. Heutzutage einen Kredit für den Zahnersatz aufzunehmen scheint keine Seltenheit mehr zu sein. Um einen solchen Kredit zu erhalten, muss man sich meistens noch nicht einmal selbst bemühen. Denn viele Zahnärzte vermitteln über bestimmte Firmen Kredite.

Das Ganze könnte etwa so aussehen, dass man nach dem Kostenvoranschlag des Zahnarztes einen Kredit von diesem über einen Finanzdienstleister oder eine Bank angeboten bekommt. Doch nicht nur Patienten selbst greifen immer häufiger auf Kredite zurück, auch Dentallabore sehen hierin eine gute Möglichkeit, teure Innovationen zu bezahlen. Ein Kreditinstitut, das hier die Nase vorne hat, ist beispielsweise die Postbank, welche schon mehr als 3000 Labor und Zahnarztpraxen über die Tochter BHW-Bank mit Geld versorgt.

Viele fragen sich, ob es sich überhaupt lohnt, für den Zahnersatz einen Kredit aufzunehmen. Experten sind der Meinung, dass man gerade dann, wenn man von seinem Zahnarzt ein Angebot erhält, kritisch sein sollte. Oftmals erhofft sich der Zahnarzt dadurch nämlich auch, dass sein Patient den Zahnersatz um einige Klassen besser anfertigen lässt als dies normalerweise nötig wäre. Anstatt sich für eine Prothese für die Zahnlücke, die rund 360 Euro kosten würde, zu entscheiden, greifen immer mehr Patienten gleich auf die keramische verblendete und fest zementierte Implantatbrücke, die mit etwa 5000 Euro um einiges teurer ist, zurück. Sicherlich ist der Kredit für Zahnprothesen für die meisten Menschen eine gute Möglichkeit der Finanzierung, doch hier besteht auch die Gefahr, dass man im übertragenen Sinne mehr kauft als man eigentlich wollte.